Blinder Eifer schadet


 

Die Probierfalle

Unerfahrene Anwender fallen immer wieder darauf herein: Eine Partition ist plötzlich verschwunden oder Daten wurden vor einigen Tagen versehentlich gelöscht. Also schnell mal googeln, was zu tun ist. Finden sich im Internet doch reichlich Recovery-Tools im Free- und Shareware-Bereich.

Nun hat die Sache aber mehrere Haken: Die Software muss aus dem Internet heruntergeladen, also auf der betroffenen Festplatte gespeichert werden. Anschließend muss die Software installiert, also nochmals auf dem Medium gespeichert werden.

Da Betriebssysteme gelöschte Dateien in Ihren Dateizuordnungs-Tabellen als gelöscht markieren, steht der von diesen Dateien auf der Festplatte belegte Platz dem Betriebssystem erneut für Schreibvorgänge zur Verfügung. Wenn Sie nun Pech haben, werden bei den eben beschriebenen Schreibvorgängen die Dateien, die Sie eigentlich retten möchten, überschrieben. Damit sind die Daten ein für allemal zerstört. Bestenfalls können einige Datenreste wieder hergestellt werden.

Bei beschädigten Partitions- oder Dateizuordnungstabellen sind die meisten Freeware-Tools hilflos, weil Sie für ihre Recovery-Funktionen genau diese Tabellen benutzen.


Die Neustart-Falle

Das passiert leider nicht nur Neulingen: Mit der Ansicht, das Ganze sei nur ein Fehler des Betriebssystems, wird der Computer mehrmals heruntergefahren und wieder neu gestarten, stets mit dem gleichen Ergebnis: die Daten bleiben verschwunden.

Auch dieses Verhalten kann viele Daten, die sich zuvor noch in einwandfreiem Zustand auf dem Datenträger befanden und hätten restauriert werden können, so beschädigen, dass Sie nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden können.

Jeder Start des Betriebssystem löst etliche Schreibvorgänge auf die Festplatte aus: Auslagerungsdatei und temporäre, nur für den Systemstart benötigte Daten werden erstellt. Autostart-Programme, die mit dem Systemstart geladen werden, legen temporäre Konfigations- und Benutzerinformationen auf der Festplatte ab. Deshalb birgt bei einem Datenverlust jeder Neustart des Systems das Risiko, die Daten endgültig zu zerstören.


Vermeiden Sie unnötige Risiken

Ganz gleich, was den Datenverlust letztendlich verursacht hat: ist er erst einmal eingetreten, stellen Sie zu allererst sicher, dass keinerlei Schreibvorgänge auf dem betroffenen Medium mehr stattfinden. Entfernen Sie die CD-ROM / DVD oder die Speicherkarte aus dem Rechner. Ist die Festplatte betroffen, starten Sie den Rechner nach dem Ausschalten auf keinen Fall neu.

Wollen sie selbst Hand an die Rettung Ihrer Daten legen, binden Sie die betroffene Festplatte im Slave-Modus in einen anderen PC ein und starten diesen über dessen Systemlaufwerk. Stellen sie sicher, dass alle Medien, von denen Daten restauriert werden sollen, nur im Lesemodus eingebunden werden, so das Schreibvorgänge verhindert werden. Erstellen Sie ein 1:1-Image des betroffenen Datenträgers im sogenannten Rohmodus. Arbeiten Sie ausschließlich an diesem Image.


Systemkenntnisse empfohlen

Um es gleich vorab zu sagen: Ohne oder nur mit rudimentären Kenntnissen der Betriebssystem-Architektur sind Selbstversuche nur selten von Erfolg gekrönt. Mit keinen bis geringen Kenntnissen des Systems sind Ihre Chancen groß, Ihre Daten endgültig zu verlieren. Wenn Ihnen Ihre verlorenen Daten wichtig sind, überlassen Sie deren Restaurierung dem Fachmann. Hier bekommen Sie in über 90 Prozent der Fälle Ihre Daten unversehrt und vollständig zurück. Im Bereich der Datenrettung auf Grund logischer Fehler verzeichnet Computerservice-Wetzlar aktuell eine Erfolgsquote von 100 Prozent.

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